Karl Bartsch’s kritische Edition von PC 29.14 Lo ferm voler e 1868) mitrekonstruierter Übersetzung

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Karl  Bartsch’s kritische Edition von PC 29.14  Lo ferm voler e 1868) mitrekonstruierter Übersetzung

Lo ferm voler qu’el cor m’intra
nom pot ges becs escoissendre ni ongla
de lausengier, sitot de maldir s’arma;
e pos no  I’aus batr’ ab ram ni ab verga,
sivals a frau, lai on non aurai oncle,
6 jauzirai joi en vergier o dins cambra.

Den festen Willen, der mir ins Herz eintritt, kann mir weder Schnabel zerreissen noch Nagel eines Neiders, selbst wenn er sich mit übler Rede waffnet; und da ich ihn  nicht zu schlagen wage mit Zweig und mit Rute, zumindest verstohlen, dort wo ich keinen Oheim haben werde, werde ich die Freude geniessen, in Garten  oder Zimmer.

II 7 Quan mi soven de la cambra,
on a mon dan sai que nuills hom non intra,
ans me son tuit plus que fraire ni oncle,
non ai membre nom fremisca, neis l’ongla,
aissi cum fai l‘enfas denan la verga:
12 tal paor ai noI sia prop de I’arma.

Wenn ich mich an das Zimmer erinnere, in das – wie ich zu meinem Schaden weiss – niemand/kein Mann eintritt (vielmehr sind mir alle mehr als Bruder und Oheim), habe ich kein Glied, das nicht zittert noch Nagel, so wie das Kind es macht vor der Rute: solche Angst habe ich, dass ich ihr nahe sei mit der Seele.

III 13 Del cors li fos, non de l’arma,
quem  consentis a celat dins sa cambra,
que plus me nafral cor que colps de verga,
car lo seus sers lai on il es non intra;
totz temps serai ab leis cum carns et ongla,
18 e non creirai castic d’amic ni d’oncle.

Mit dem Körper möge ich ihr (nahe) sein, nicht mit der Seele, und sie möge mich heimlich

in  ihrem Zimmer dulden! denn mehr verletzt mir das Herz als ein Schlag mit der Rute, dass ihr Diener, dort wo sie ist, nicht eintritt; ihr werde ich sein (gehören) wie Fleisch und Nagel, und ich werde der Zurechtweisung von Freund und Oheim nicht glauben (folgen) .

IV 19 Anc la seror de mon oncle
non amei plus ni tan, per aquest’ arma!
c’aitant vezis cum es lo detz de I’ongla,
s’a lei plagues, volgr’ esser de sa cambra;
de mi pot far I’amors qu’ins el cor m’intra
24 meills a son vol qu’om fortz de frevol verga.

Nie liebte ich die Schwester meines Oheims mehr oder so sehr, bei dieser Seele! so nahe wie der Finger dem Nagel, wenn es ihr gefiele, wollte ich ihrem Zimmer sein; mit mir kann die Liebe, die mir ins Herz eintritt, besser nach ihrem Willen verfahren als ein starker Mann mit einer schwachen Rute.

V 25 Pos flori la seca verga
ni d’en Adam foron nebot ni oncIe,
tant fin’amors cum cella qu’el cor m’intra
non cuit qu’anc fos en cors, ni en arma;
on qu’il estei, fors en plass’ o dins cambra,
mos cors nos part de leis tant cum ten l’ongla.

Seit die vertrocknete Rute erblühte und aus Herrn Adam Neffe und Oheim warden, war – so glaube ich – eine reine Liebe wie die die mir ins Herz eintritt, nie in  einem Körper, und nicht einmal in einer Seele; wo sie auch sei, draussen auf einem Platz oder in einem Zimmer, mein Herz/Körper trennt sich nicht von ihr soweit der Nagel reicht (nicht eine Nagelweite).

VI 31 C‘aissi s’empren e s’enongla
mos cors en lei cum l‘escors’ en la verga,
qu’il m’es de joi tors e palais e cambra,
e non am tant paren, fraire ni oncle,
qu’en paradis n’aura doble joi m’arma,
si ja nuills hom per ben amar lai intra.

So hält sich  Herz/Körper an ihr fest und klammer sich an sie wie die Rinde an die Rute, denn sie ist mir Freuden-Turm und -Palast und -Zimmer, und so sehr liebe ich weder Bruder, Verwandten noch Oheim, so dass im Paradies meine Seele doppelte Freude haben wird, wenn jemals jemand/ ein Mann ob rechten Liebens dort eintritt.

VII Amautz tramet son cantar d’oncl’e  d’ongla
ab grat de leis que de sa verga I’arma,
son Dezirat qu’a pretz dins cambra intra.

Arnaut sendet seinen Gesang von Nagel und Oheim mit Genehminung derjenigen, welche in mit ihrer Rute bewaffnet, seinem Begehrten, der zu Werth/Preis in das Zimmer eintritt.

glossaire / Glossar  [in eckigen Klammer abweichende Ausdrücke Appels, Prov. Chrest.  1895: Glossar]

1 voler – vouloir, voloné – Wille, Wunsch  [Wollen]

2 escoissendre – déchirer – zerreissen

2 ongla – ongle – Nagel [Nagel (des Fingers)]

3 lauzengier – médisant, colomniateur – Neider, Verleumder  [Lügner]

5 a frau – en fraude – heimlich [verstohlen]

5 oncle – oncle – Oheim [Onkel]

6 cambra – chambre – Zimmer  [Kammer]

14 consentir – permettre – dulden

14 a celat – en cachet – heimlich [im  Verborgenen]

18 castic – imprabation, conseil, avis – Tadel, Rat, Warnung [Zurechtweisung]

31 s’emprendre – s’attacher – sich festhalten, sich anklammern [sich an jd. heften]

31 s’enonglar – s’attacher, sich anklammern [sich einkrallen, festklammern]

34 paren –  parent –  Verwandter

37 trametre – envoyer – senden [übersenden, schicken]

37 cantar – chant – Lied, Gesang

38 grat – gré, appobation – Wille, Genehmigung [ab grat de – mit Bewilligung von]

39 pretz, prez – prix, valeur, mérite – Preis, Werth

 

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